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Im Kino: „An den Ufern der heiligen Flüsse“

An den Flüssen der heiligen Flüssen
Alle zwölf Jahre pilgern bis zu ?100 Millionen Hindus zum Khumb Mela, um sich durch ein rituelles Bad im Ganges von Sünden zur reinigen. Der Film, den Pan Nalin 2013 während dieses achtwöchigen Festes gedreht hat, ist selbst wie ein Fluss: Er mischt sich unter die Pilgermassen, sammelt Geschichten ein, trägt sie ein Stück mit sich und lässt sie dann wieder zurück. Der Zuschauer begegnet beseelten Gläubigen und Verzweifelten, die im Gedränge ihre Familie verloren haben, einem 10-jährigen Ausreißer und vielen Sadhus. Diese als Heilige verehrten Männer, spärlich bekleidet, mit langen Bärten und wilden Mähnen, kultivieren einen randständigen Lebensstil, in dem sich regelmäßige Yogaübungen, Joints und ekstatische Selbstkasteiungen abwechseln. Alles bleibt respektvoll fremd und denkbar weit entfernt von der Lifestyle-Spiritualität westlicher Yogastudios, getragen von einer zurückhaltenden Kameraarbeit, die nicht in den exotischen Farben und Texturen schwelgt, sondern eng bei den Personen bleibt.
Text: Stella Donata Haag
Foto: Citй Films – Jungle Book Entertainment – Virginie Films
Orte und Zeiten: „An den Ufern der heiligen Flüsse“ im Kino in Berlin
An den Ufern der heiligen Flüsse (Faith Connections), Frankreich/Indien 2013; Regie: Pan Nalin; 115 Minuten
Kinostart: Do,  30. April 2015

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