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Im Kino: Der Animationsfilm „Planet 51“

Wenn es um europäische Konkurrenz zu den „großen“ amerikanischen Animationsfilmen geht, liegen die Spanier weit vorn im Rennen – zumindest, wenn die Idee von Konkurrenz darin besteht, die Amerikaner mit ihren eigenen Mitteln zu schlagen. Dass die Spanier das Know-how für aufwendige Computeranimationen besitzen, die sich in ihrer Ästhetik kein bisschen von amerikanischen Filmen unterscheiden, liegt nicht zuletzt daran, dass viele der iberischen Trickkünstler zuvor genau jenen US-Studios zugearbeitet haben, den man nun den Rang abzulaufen versucht.
In „Planet 51“ erzählen Jorge Blanco, Javier Abad und Marcos Martнnez zudem auch noch eine sehr amerikanische Geschichte: Da trifft der Astronaut Chuck Baker auf einer seiner Weltraummissionen nämlich auf eine Welt von Außerirdischen, in der es aussieht wie im Amerika der 1950er Jahre. Mit allen Konsequenzen: Die grünhäutigen Aliens sitzen beim Grillabend hinter ihrem Staketenzaun und fürchten sich ihrerseits vor Aliens wie Chuck, die vermutlich ihre Gehirne fressen wollen. Der parodistische Entwurf dieser Welt ist kenntnisreich und liebevoll ausgeführt – allerdings ist diese Verkehrung der Welten auch der im Grunde einzig tragfähige Einfall des Films, der dies durch eine gesteigerte Anzahl von Verfol­gungs­jagden zu kaschieren sucht. Trotzdem charmant.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Planet 51“ im Kino in Berlin

Planet 51, Spanien/Großbritannien 2009; Regie: Jorge Blanco und Javier Abad, Marcos Martнnez; Farbe, 90 Minuten

Kinostart: 3. Dezember

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