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Im Kino: „Der Anständige“

Der Anständige

Heinrich Himmler war einer der radikalsten Rassisten unter den hohen Nazis. „Ewig ist des Untermenschen Wollen“, das war seine große Angst. Kurz darauf schrieb seine Frau: „Wir aßen zu Abend bei Zigeunermusik.“ Es sind diese kleinen Widerhaken, die Vanessa Lapas Dokumentarfilm „Der Anständige“ interessant machen: Ein Lebensbild von Heinrich Himmler, basierend auf privaten Dokumenten, und mit Filmmaterial aus der Epoche sowie Fotos aus den Familienbeständen, vor allem von dem Stiefsohn von Heinrich Himmler. Tobias Moretti gibt dem Organisator der Endlösung eine heisere Stimme, in den privaten Mitteilungen spiegeln sich die Verbrechen der Nazis, die den Chef der SS aber nicht zu bedrücken schienen: „Ich schlafe sehr gut.“ Die aufwändige Postproduktion vor allem auch der Tonspur lässt „Der Anständige“ zu einem fast schon zu fugenlos verarbeiteten Film werden.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Salzgeber

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Der Anständige“ im Kino in Berlin

Der Anständige, Österreich/Deutschland/Israel 2014; Regie: Vanessa Lapa; 94 Min.

Kinostart: Do, 18. September 2014

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