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Im Kino: „Der blinde Fleck“

Der blinde Fleck

Investigativer Journalismus im Land von Spezlwirtschaft, Amigofilz und rechtem Sumpf? Keine leichte Aufgabe. Das muss auch Ulrich Chaussy, Reporter beim Bayerischen Rundfunk, feststellen. Er glaubt nicht an die Theorie vom Einzeltäter, mit der, verdächtig rasch, die ermittelnden Behörden auf das Münchner Oktoberfest-Attentat vom 26. September 1980 reagieren. Und je länger er recherchiert, desto mehr stößt er auf Pfusch und Vertuschung. Getreulich und gediegen, nach einem in Zusammenarbeit mit Chaussy entstandenen Drehbuch rekapituliert Daniel Harrich in „Der blinde Fleck“ den Jahrzehnte währenden Versuch einer Wahrheitsfindung, der zunehmend einem Kampf gegen Windmühlen ähnelt. Windmühlen, die zudem von ganz oben bedient werden – so die These des im vergangenen Jahr mit dem (Nachwuchs-)Friedenspreis des Deutschen Films ausgezeichneten Politthrillers. Man kann das – die Behauptung, die Staatsgewalt sei auf dem rechten Auge blind – einen alten Hut oder paranoid finden. Fallen einem dann aber die Pleiten und Pannen ein, die die Aufklärung der NSU-Mordserie zieren, wird es doch ein wenig gruselig.

Text: Alexandra Seitz

Foto: 2013 Ascot Elite Filmverleih GmbH

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Der blinde Fleck“ im Kino in Berlin

Der blinde Fleck, ?Deutschland 2013; Regie: Daniel Harrisch; Darsteller: Benno ?Fürmann (Ulrich Chaussy), Nicolette Krebitz (Lise Chaussy), Heiner Lauterbach (Dr. Hans ?Langemann); 92 Minuten; ?FSK 12

Kinostart: 23. Januar

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