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Im Kino: „Der Dieb der Worte“

Der Dieb der Worte

Ein Traum für einen Schriftsteller: Seine Lesungen sind ausverkauft, als wären es Rockkonzerte. So ergeht es Dennis Quaid zu Beginn von „Der Dieb der Worte“ in der Rolle eines gefeierten New Yorker Literaturstars. Er dient jedoch nur als Türöffner für eine zweite Geschichte, in der Bradley Cooper einen Romanhelden aus Quaids Kopf spielt: auch er ein New Yorker Autor, allerdings chronisch erfolglos. Bis ihm eines Tages ein anonymes Manuskript zufällt, das der Erfolgshungrige für sein eigenes ausgibt und damit prompt berühmt wird. Nun ziehen die Debütregisseure Brian Klugman und Lee Sternthal noch eine dritte Erzähl­ebene ein, auf der der Plagiator mit dem wahren Verfasser des Buchs (Jeremy Irons) konfrontiert wird. Alsbald taucht der Film in die golden getönte Welt des verlorenen Manuskripts ein, die sich als Liebes- und Leidensgeschichte des Älteren entpuppt: eine tragische Lovestory im Paris der Vierziger, die wie ein zum Leben erwachter Groschenroman anmutet – und doch den emotionalen Kern der Dreiheit markieren soll. Auch die anderen beiden Plots und ihre Figuren können trotz der namhaften Besetzung keine tiefere Dimension entfalten: Zu bleiern lastet die Erzählkonstruktion auf ihnen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Jonathan Wenk / Wild Bunch Germany

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Der Dieb der Worte“ im Kino in Berlin

Der Dieb der Worte (The Words), USA 2011; Regie: Brian Klugman, Lee Sternthal; Darsteller: Bradley Cooper (Rory Jansen), Jeremy Irons (alter Mann), Dennis Quaid (Clay Hammond); 107 Minuten; FSK 6

Kinostart: 23. Mai

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