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Im Kino: „Der große Tag“

Der große Tag

Mit seinem halbdokumentarischen Film „Auf dem Weg zur Schule“ erzählte Pascal Plisson so einfach wie spannend über die oft beschwerlich langen Schulwege vieler Kinder weltweit. Der Nachfolger beruht auf einer ähnlichen Idee und porträtiert vier Protagonisten zwischen 10 und 19 Jahren in Uganda, Indien, auf Kuba und in der Mongolei. Alle bereiten sich auf eine erste entscheidende Prüfung im Leben vor, ob für einen Boxkampf oder das Examen als Ranger im Nationalpark. Wieder gelingen Einblicke in authentische Lebenswelten von Kindern in armen Weltregionen. Doch rückt wohl ungewollt das Thema des begabten Kindes ins Zentrum, das zum Hoffnungsträger der Familie wird – freiwillig oder aus Pflichtgefühl. Ambivalent sind etwa Szenen wie die des kleinen mongolischen Mädchens, das beim Misserfolg im Vorturnen wenig Tröstliches hört wie „Du warst nicht gut genug.“ Der Film scheut sich, Widersprüchliches offen stehen lassen und unterlegt seine Bilder leider mit gefühliger, übertrieben idyllischer Musik.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Gazou / Wild Bunch Germany

Orte und Zeiten: „Der große Tag“ im Kino in Berlin

Der große Tag (Le grand jour), Frankreich 2015; Regie: Pascal Plisson; 86 Minuten

Kinostart: Do, 10. Dezember 2015

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