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Im Kino: „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise

Mit der Erzählung „Der Hobbit“ begann 1937 das ganze Gewese um Mittelerde und das Abenteuer, aus dem „Der Herr der Ringe“ wurde. Peter Jackson hat zuerst das Hauptwerk von J.R.R. Tolkien verfilmt, nun erst nimmt er sich den Anfang vor, und er hat sich zur Aufgabe gemacht, auch diesen zu einer voluminösen Trilogie auszugestalten. Der erste Teil liegt nun vor, und es erweist sich, dass er nicht nur technisch etwas zu bieten hat. Die Geschichte von Bilbo Beutlin, der ein behagliches Leben führt, sich aber von dreizehn Zwergen und dem Zauberer Gandalf zu einem Abenteuer überreden lässt, ist archetypisch strukturiert – wer sich über den eigenen Gartenzaun hinauswagt, bekommt es mit Trollen, Orks und am Ende mit einem Drachen zu tun. Bis zum großartigen Finale des ersten Teils gibt es hauptsächlich Vorgeplänkel; es ist, als würde die mythologische Welt des Films den Seismographen ein wenig kitzeln, das große Erdbeben steht aber erst bevor. Peter Jackson hat für „Der Hobbit“ eine bisher ungekannt hochauflösende digitale Technologie verwendet, die mit 48 Bildern pro Sekunde das herkömmliche Kinomaß verdoppelt. Der Effekt kommt nicht so sehr der Dreidimensionalität zu Gute, als vielmehr einem äußerst detaillierten, immer noch eher gemalt wirkenden als animierten Hyperrealitätseffekt im fantastischen Genre. Das Ergebnis ist ein Abenteuerfilm, in dem für den Helden Bilbo allenfalls ein paar Geistesblitze als Handlungsspielraum übrigbleiben; der Rest ist pures Reagieren auf ein übermächtiges Geschehen. Und so erzählt Peter Jackson in Sagenform eigentlich vom (vorläufigen) Triumph der eigenen Technik: Der Drache, der sich regt, das ist die Digitalität selbst. Was wird der noch sehr analog denkende Bilbo dagegen setzen? Darauf darf man wirklich gespannt sein.

Text: Bert Rebhandl

Foto: James Fisher / 2012 Warner Bros. Entertainment Inc. and Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc.

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Der Hobbit: Eine unerwartete Reise“ im Kino in Berlin

Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (The Hobbit – An Unexpected Journey), USA 2012; Regie: Peter Jackson; Darsteller: Sir Ian McKellen (Gandalf der Graue), Martin Freeman  (Bilbo Beutlin), Richard Armitage (Thorin Eichenschild); 169 Minuten; FSK 12

Kinostart: 13. Dezember

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