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Im Kino: „Der Junge Siyar“

Der Junge Siyar

Siyars Schwester Nermin ist vor der arrangierten Heirat aus dem irakischen Kurdistan nach Europa geflohen. Sie hat die Familienehre beschmutzt und muss getötet werden, so diktiert es die patriarchale Gewalttradition. Unter den schicksalsergebenen Blicken des Dorfes macht der halbwüchsige Junge sich auf den beschwerlichen Weg und nicht die Hoffnung auf ein besseres Leben treibt ihn an, sondern Wut, Verbitterung und das Gesetz der Zerstörung. In Istanbul trifft Siyar auf Evin, ein Straßenmädchen, das unterwegs ist nach Berlin, und zart keimende freundschaftliche Bande lassen in ihm eine bittere Erkenntnis dämmern: sein Auftrag ist frei von Sinn. Doch keiner entkommt dem Verblendungszusammenhang aus Sitte, Anstand und Moral, in den Hisham Zaman die Figuren seines Films „Der Junge Siyar“ gestellt hat. Und dass sich in ihren Augen das Wissen um ihre Ohnmacht nur allzu deutlich spiegelt, das ist daran das Allerschrecklichste.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Dualfilm GmbH, Stuttgart

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Der Junge Siyan“ im Kino in Berlin

Der Junge Siyan (Before Snowfall), Norwegen/Deutschland 2013; Regie: Hisham Zaman; Darsteller: Taher Abdullah Taher (Siyar), Suzan Ilir (Evin), Bahar Özen (Nermin); 105 Min.

Kinostart: Do, 11. September 2014

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