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Im Kino: „Der letzte Exorzismus – The Last Chapter“

Der letzte Exorzismus 2

Die 17-jährige Nell, einzige Überlebende eines Brandes, die nun in einer Unterkunft für junge Frauen ein neues Heim finden soll, wird permanent von Schreckensvisionen heimgesucht. Auch ihr toter Vater taucht vor ihr auf. Sie redet von einem Dämon, der sie verführen will, ihre Mitbewohnerinnen erklären sie daraufhin für verrückt. Aber wer kann ihr helfen? Der junge Chris, der behauptet, sie sei attraktiv? Oder aber die Mitglieder einer Sekte, die verkünden, den Dämon bekämpfen zu wollen und einen Exorzismus vornehmen?
Die Hauptfigur kam auch in Daniel Stamms Vorgängerfilm vor, aber ansonsten unterscheidet sich der neue Film von diesem wie einst John Boormans „Exorzist 2“ von William Friedkins Original. Hier gibt es keine wacklige Handkamera, die das Geschehen im pseudodokumentarischen Stil festhält, statt dessen setzt der Regisseur Ed Gass-Donnelly, der vor einigen Jahren mit „Small Town Murder Songs“ ein beeindruckendes Regiedebüt vorlegte, auf eher verhaltenen Schrecken, den er in ruhigen Scope-Tableaus zeigt. Am Ende, wenn die Kamera vor einem Haus bzw. vor einer Tür verharrt, hinter der sich Schreckliches abspielt, wirkt der Film wie eine bewusste Verweigerungshaltung gegenüber den spektakulären Szenen, die man mit Exorzismus-Filmen verbindet und die seit William Friedkins Klassiker unverzichtbare Bestandteile sind: etwa den Körperverrenkungen und dem Schweben der Besessenen über dem Bett. Das alles zeigt „Der letzte Exorzismus 2“ allenfalls so verhalten, dass man sich eher vorkommt wie in einem Independent-Film, der sich mehr für die Topografie von New Orleans interessiert als für die Ausmalung des Schreckens.

Text: Frank Arnold

Foto: PATTI PERRET / FALLEN ANGEL PROD. LLC / STUDIOCANAL

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Der letzte Exorzismus 2“ im Kino in Berlin

Der letzte Exorzismus 2 (The Last Exorcism Part II), USA 2013; Regie: Ed Gass-Donnelly; Darsteller: Ashley Bell (Nell), Julia Garner (Gwen), Spencer Treat Clark (Chris); 88 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 6. Juni

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