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Im Kino: „Desaster“

Im Kino:

Als exaltierter Schlagersänger Bruce ­Berger fand er in zwei „Männerherzen“-Filmen ein großes Publikum, in Christian Petzolds „Polizeiruf 110“ erwies er sich dagegen gerade als Meister der leisen Töne, doch als Regisseur bevorzugt ­Justus von Dohnбnyi die schwarze Komödie. Wie schon in seinem Regiedebüt „Bis zum Ellenbogen“ hat er dafür Jan Josef Liefers und Stefan Kurt vor die Ka­mera geholt, dazu einige weitere ­Darsteller (und sich selber), um ein rabenschwarzes Kammerspiel abzuliefern, in dem ein Gangsterboss, zwei Profikiller, ein windiger Staatsanwalt, die Mutter des Gangsters, seine Ehefrau und deren Geliebter sich in einer Villa in St. Tropez gegenseitig auszustechen versuchen bei der Jagd nach dem großen Geld.
Trotz des raffinierten Umgangs mit Details, die erst im Verlauf der Geschichte ihre Bedeutung erkennen lassen, ist die Tatsache, dass man sich für keine der Figuren wirklich erwärmen kann, gewöhnungsbedürftig. Aber das traf auch auf „Burn After Reading“ von den Coen Bros zu. Originalität kann man dem Werk jedenfalls nicht absprechen.    


Text:
Frank Arnold

Foto: Studiocanal

Orte und Zeiten: „Desaster“ im Kino in Berlin

Desaster,
Deutschland 2015; Regie: Justus von Dohnбnyi; Darsteller: Justus von Dohnбnyi (Ed), Jan Josef Liefers (Mace), Stefan Kurt (Dr. Jürg Würsch); 90 Minuten

Kinostart:
Do, 16. Juli 2015

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