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Im Kino: „Dessau Dancers“

Dessau Dancers

„Wir machen das wie in der Bronx!“ Das ist natürlich so keine zulässige Ansage in der DDR im Jahr 1985, in einem Staat, der so ziemlich das krasseste Beispiel sein wollte für alles, was nicht „wild style“ ist. In Dessau wagen sich trotzdem ein paar junge Leute auf die Straße, nachdem sie mitgekriegt haben, dass Thomas Gottschalk das Breakdancen im West-Fernsehen propagiert hat. Die Gruppe um den sympathischen Frank macht aber schnell Erfahrungen mit den Behörden: In der DDR darf nur nach Vorschrift getanzt werden.
Daraus erwachsen Konflikte, die dramaturgisch darunter leiden, dass sich „Dessau Dancers“ eigentlich am liebsten hemmungslos über diese olle DDR lustig machen würde, den Unrechtsstaat aber als Sparringpartner irgendwie braucht, sonst ginge es ja nur noch um Style. Geht es auch. Ostalgie-Style, mit einem stellenweise gut sonischen Soundtrack. Empfehlung: Laut sehen, zügig vergessen.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Stephan Rabold / Boogiefilm / Senator

Orte und Zeiten: „Dessau Dancers“ im Kino in Berlin

Dessau Dancers, Deutschland 2014; Regie: Jan Martin Scharf; Darsteller: Sonja Gerhardt (Matti), Gordon Kämmerer (Frank), Rainer Bock (Hartmann); 90 Minuten

Kinostart: Do, 16. April 2015

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