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Im Kino: „Diamantenhochzeit“

DiamantenhochzeitDas klingt nach einem Film von Guy Ritchie; doch die Festgäste in Michael Kupczyks „Diamantenhochzeit“ hetzen nicht durch Londons Zwielicht, sondern durchs brave deutsche Aachen. Ein Setting, das es nicht leichter macht, Kupczyk seinen hektischen Halbweltsreigen abzukaufen. Die Story beginnt im Ambiente einer deutschen Studentenkomödie: ein nettes Pärchen, das sich auf die Trauung freut. Doch der knastbruderhafte Vater des Bräutigams lässt alles außer Kontrolle geraten: Ein Diamantendeal muss erledigt bzw. vertuscht werden, und eine Kette von Trotteleien führt ins allgemeine Chaos. Die Grundidee ist zwar nicht uncharmant: Durchgeknallte Erzeuger düpieren ihren Normalo-Sohn. Die Vorbilder sind mit „Snatch“ oder „Burn after Reading“ ebenfalls klar. Doch bleiben es unerreichbare Vorbilder. Kupczyks unplausible Hetzjagd rund um Biedermanns Traumhochzeit rast über solche Grundanforderungen wie die nach überzeugenden Nebenfiguren einfach hinweg. Schade, wo mit Jörg Pohl doch der richtige Mann im Zentrum steht. Der spielt seinen gepeinigten Antihelden immer kurz vor der stummen Ohnmacht.

Text: Ulrike Rechel
tip-Bewertung: Zwiespältig
Foto: Marcel Winterscheid

Orte und Zeiten: „Diamantenhochzeit“ im Kino in Berlin

Diamantenhochzeit Deutschland 2009; Regie: Michael Kupczyk; Darsteller: Jörg Pohl (Alexander), Marleen Lohse (Julia), Martin
Brambach (Manfred); 84 Minuten

Kinostart: 3. Juni

NEUSTARTS IN BERLIN

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