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Im Kino: „Diana“

Nachdem sich Oliver Hirschbiegel in „Der Untergang“ den letzten Tagen Adolf Hitlers im Bunker gewidmet und also in die Intimsphäre des personifizierten Bösen hineingeleuchtet hatte, sind mit dem Biopic „Diana“ nun die letzten beiden Jahre des personifizierten Guten an der Reihe. Und wo man Hirschbiegel vorwerfen kann, seine Bruno-Ganz-Version vom größten Massenmörder der Geschichte sei ihm etwas zu „menschlich“ geraten, ist die Naomi-Watts-Variante von Lady Di nicht menschlich genug. Dies allerdings nicht deshalb, weil es ihr an Wärme fehlte, sondern umgekehrt – weil sie bei Leibe zu viel davon hat. Vielleicht war die Prinzessin der Herzen ja wirklich grundgütig und ihr einziger Fehler die Liebe zu ihrem Herzblatt Dr. Hasnat Khan. Aber zwei Stunden lang mit ansehen zu müssen, wie jemand ohne Ecken und Kanten zwischen karitativem Engagement und privater Liebelei oszilliert, ist leider ziemlich langweilig. Daran können auch Naomi Watts’ Schauspielkünste nichts ändern. Immer wieder ertappt man sich bei dem ungehörigen Wunsch, Diana möge endlich in den Tunnel fahren, damit dieser konventionell inszenierte Schwulst vorüber ist.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: Laurie Sparham / 2013 Concorde Filmverleih

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Diana“ im Kino in Berlin

„Diana“ Großbritannien/USA
2013; Regie: Oliver Hirschbiegel; Darsteller: Naomi Watts (Prinzessin
Diana), Naveen Andrews(Dr. Hasnat Khan), Douglas Hodge (Paul Burrell);  113 Minuten; FSK k.A.; Kinostart: 9. Januar 

Kinostart: 9. Januar

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