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Im Kino: „Die Arier“

Die Arier

Ihre deutschen Großeltern waren im Dritten Reich engagierte Nazis, der andere Teil ihrer Familie stammt aus Ghana: Die Spurensuche der Journalistin, Schauspielerin und Dokumentarfilmerin Mo Asumang danach, wie Rechtsradikale ticken, was genau „Arier“ sein sollen und warum sie als Afro-Deutsche ein Neonazi-Feindbild sein soll, ist so gesellschaftspolitisch wie persönlich.
Viel Arbeit steckt in ihrer Recherche und ihrer Doku „Die Arier“, Asumang sucht das Gespräch mit deutschen Neonazis, besucht eine „national befreite“ Kleinstadt in Mecklenburg-Vorpommern, reist in den Iran, trifft in den USA den Ku-Klux-Klan, spricht mit Wissenschaftlern und einem „UFO-Arier“. Leider bleibt der Erkenntnisgewinn eher schmal – Neonazis als recht doofe Zeitgenossen und ihr Weltbild als verqueres, düsteres Märchen bloßzustellen, ist unterhaltsam, aber nicht originell. Für Teenager und in der Schule mag „Die Arier“ hilfreich sein, das Kino verlässt man aber seltsam enttäuscht.

Text: Thomas Klein

Foto: Alpha Medienkontor

Orte und Zeiten: „Die Arier“ im Kino in Berlin

Die Arier, Deutschland 2014; Regie: Mo Asumang; 92 Min.

Kinostart: Do, 20. November 2014

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