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Im Kino: Die Dokumentation „The Human Scale“

The_Human_Scale_04_c_AdamMorrisPhilp_NFPDer dänische Architekt Jan Gehl gehörte in den 1960er-Jahren zu den Ersten seiner Zunft, die sich von dem, was einst Fortschritt verhieß, abwandten und sich statt mit Autobahnen und Hochhäusern lieber damit beschäftigten, wie man öffentlichen Raum für die tatsächlichen Bedürfnisse der Menschen zurückgewinnen kann. Die Dokumentation „The Human Scale“ von Andreas M. Dalsgaard zeigt auf klug argumentierende Weise anhand von weltweiten Projekten, an denen Gehls Büro beteiligt war und ist, dass diese Verände­rungen möglich sind: Man kann am New Yorker Times Square Fahrradwege einrichten, die ausgestorbene Innenstadt Melbournes mit ihren kleinen Gassen, in denen einst die Mülltonnen standen, mit Läden und Cafйs beleben, und in der chine­sischen Metropole Chongqing den Fußgängern Vorrang vor den Autos einräumen. Gibt man den Menschen Raum, füllen sie ihn mit genau jenen Aktivitäten, die das Leben lebenswert machen. Dass diese Ideen oft genug im Widerspruch zu massiven wirtschaftlichen Interessen stehen, macht der Film aber ebenso deutlich. Der Kampf ist noch keineswegs gewonnen.

Text: Lars Penning

Foto: Adam Morris Philip / NFP

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „The Human Scale“ im Kino in Berlin

The Human Scale Dänemark 2012; Regie: Andreas M. Dalsgaard; 80 Minuten; FSK 0; Kinostart: 31. Oktober 

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