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Im Kino: Die Dokumentation „In Sarmatien“

In Sarmatien

Schon mehrfach ist Volker Koepp in die einst Sarmatien genannten Landstriche zwischen Ostsee und Schwarzem Meer gefahren, um dort Menschen und Landschaften zu filmen. Gesprochen hat er dabei meist mit den alten Zeitzeugen, die ihm von den grausamen politischen Verwerfungen des 20. Jahrhunderts erzählten, aber auch von ihren Heimatgefühlen und dem damals gegenwärtigen Leben. In seinem jüngsten Film „In Sarmatien“ blickt der Dokumentarfilmer nun auf eine jüngere Generation um die Dreißig: Tanja aus der Ukraine, Ana aus Moldawien und Elena aus dem Kaliningrader Gebiet berichten, was sie bewegt und wie es zurzeit aussieht in ihrer Heimat und was sie dort manchmal deprimiert. Koepp kennt die Frauen schon lange, insofern ist die typische Vertrautheit mit den Protagonistinnen bereits hergestellt; ihren Familienangehörigen sowie Zufallsbekanntschaften auf der Straße nähert sich der Filmemacher bekannt freundlich und einfühlsam. Denn auch sie haben immer wieder Geschichten von durch Arbeitsmigration zerrissenen Familien und geknickten Hoffnungen für ihre jeweiligen Länder zu erzählen. Mit Ausschnitten aus Filmen wie „Kalte Heimat“ (1995) und „Herr Zwilling und Frau Zuckermann“ (1999) belegt Koepp dann auch seine eigene Irritation: Allzu viel hat sich seit damals nicht geändert, allenfalls hat Zweckoptimismus den Galgenhumor von einst ersetzt.

Text: Lars Penning

Foto: Volker Koepp / Edition Salzgeber

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „In Sarmatien“ im Kino in Berlin

In Sarmatien?, Deutschland 2013; Regie: Volker Koepp; 122 Minuten; FSK k.?A.

Kinostart: 20. März

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Volker Koepp

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