Kino & Stream

Im Kino: „Die getäuschte Frau“

Die geäuschte Frau

Sacha Polak, niederländische Regisseurin in ihren frühen Dreißigern, arbeitet sich seit nunmehr zwei Filmen an splitterhaften Frauenfiguren ab. War es 2012 Hemel, die sich zwischen Auktionshaus und Vaterkomplex manches Mal in ihrer Männer- und Wortwahl vertat, ist es nun Nina. Doch während sich die junge Hemel zumeist selbst ein Rätsel war, hat Ninas Unwissenheit mit einer Täuschung zu tun. Nach dem Unfalltod ihres Partners Boris, mit dem sie auch eine gemeinsame Tochter hat, erfährt sie, dass Boris ein Doppelleben führte – mit einer anderen Frau und anderen Kindern, an einem anderen Ort. Ein verheirateter Fernfahrer. Und jetzt tot. Es ist, als hätte man bei Nina eine Scheibe eingeworfen. Was vorher ganz war, liegt nun in vielen Teilen auf der Erde. Scharfkantig. Polak erzählt davon. Von den Scherben, an denen sich Nina verletzt.

Text: Carolin Weidner

Foto: Zorro Film

Orte und Zeiten: „Die getäuschte Frau“ im Kino in Berlin

Die getäuschte Frau (Zurich), Niederlande/Deutschland/Belgien 2015; Regie: Sasha Polak; Darsteller: Wende Snijders (Nina), Sascha Alexander Gersak (Fortъn); 89 Minuten

Kinostart: Do, 30. Juli 2015

Mehr über Cookies erfahren