Kino & Stream

Im Kino: „Die Jungfrau, die Kopten und ich“

Die Jungfrau, die Kopten und ich

Der Pariser Jungregisseur Namir Abdel Messeeh verspürt einen kreativen Impuls, als er eines Abends mit seiner Mutter eine alte Videokassette betrachtet, die eine Marienerscheinung in Ägypten zeigen soll, der Heimat der Familie. Wo der Sohn nichts mit hinreichender Deutlichkeit erkennen kann, sieht die Mutter eindeutig Maria. So geht der Filmemacher spontan dem Phänomen der Marienerscheinungen im Land seiner koptischen Heimat nach. Doch als er nach Augenzeugen einer berühmten Erscheinung anno 1968 sucht, verschließen sich dem Agnostiker alle Türen. Produzenten springen ab – doch Messeeh reist, erneut einem Impuls folgend, ins Dorf seiner Verwandten. Plötzlich hat der Film sein Sujet gefunden: die liebenswerte Sippe, die dem französischen Verwandten schließlich dabei hilft, seinen Film zu Ende zu bringen. Das „Making of“ wird zur eigentlichen Story, dabei geht Messeeh ähnlich konsequent subjektiv und humorvoll zur Sache wie Marko Doringer in seiner Doku über die eigene Lebenskrise mit 30 in „Mein halbes Leben“. Beide verlieren schon mal weise ihr Ziel aus den Augen, um unmittelbar auf das Leben selbst zu reagieren. Im glücklichen Fall kommt der bessere Film dabei heraus.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Arsenal Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die Jungfrau, die Kopten und ich“ im Kino in Berlin

Die Junfrau, die Kopten und ich (La vierge, les Coptes et moi), Frankreich/Katar/Ägypten 2011; Regie: Namir Abdel Messeeh; 85 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 13. Juni 2013

Mehr über Cookies erfahren