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Im Kino: Die Komödie „Silvi“

Silvi

Es soll sie geben: Die Frau um die 50, ihrem Gatten treu ergeben, selbst wenn er bislang der Einzige war. Eine Frau wie Silvi. Aufgewachsen in Ostberlin und durchpulst von bemerkenswerter Schlichtheit. Sie stellt keine Ansprüche an die Liebe, will nur Geborgenheit und Nähe. Genau deswegen lässt ihr Mann sie nach 30 Jahren Ehe eines Tages sitzen. Darauf färbt sich Silvi, dargestellt von Lina Wedel, die Haare etwas rötlicher, trinkt Wein aus der Kaffeetasse, um sich ein wenig zu betäuben, und lernt dann per Kontaktanzeige neue Männer kennen. Lust an härteren sexuellen Spielarten dominieren bei „Silvi“ schnell das Geschehen. Der schnelle Reiz von Koks und Peitschen kann mit 50 zwar so prickelnd sein wie mit 20, doch satt wird Silvi davon nicht. Die Tragikomödie des 1983 in Berlin geborenen Regisseurs Nico Sommer versucht den Spagat zwischen Voyeurismus und Charakterstudie, lässt Silvis Paarungspartner jedoch als Freaks verblassen. Immerhin gelingt ihm, die banale Geschichte filmsprachlich interessant zu gestalten, so richtiges Interesse an Silvi vermag er aber nicht zu erzeugen.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: süsssauer.Film

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Silvi“ im Kino in Berlin

Silvi?, Deutschland 2013; Regie: Nico Sommer; Darsteller: Lina Wendel (Silvi), Thorsten Merten (Michael), Harald Polzin (Uwe); 97 Minuten; FSK 16

Kinostart: ?3. Oktober

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