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Im Kino: „Die langen hellen Tage“

Die langen hellen Tage

Auch im sommerlich sonnigen Tiflis herrscht ein Klima der Gewalt, die schon morgens bei der täglichen rationierten Brotausgabe eskaliert. Ekas Vater sitzt wegen Mordes im Gefängnis, Natias alkoholsüchtiger Papa prügelt sich fast täglich mit der Gattin. Die beiden Teenager sind beste Freundinnen, stehen sich in allen Not- und Lebenslagen bei, einen Revolver zur Selbstverteidigung teilen sie sich.
Ausgehend von eigenen Jugenderinnerungen der Tifliser Koregisseurin Nana Ekvtimishvili und überwiegend mit Laiendarstellern besetzt, wird ein zeitgeschichtliches Milieu- und Sittenbild einer patriarchalisch-chauvinistisch geprägten Gesellschaft entworfen. Eka und Natia sind an der Schwelle zum Erwachsenwerden, Natia weckt bereits männliches Begehren. Das Kidnapping von Mädchen zum Zwecke der Eheanbahnung wirkt hierzulande befremdlich, in Georgien soll das traditionelle Ritual der Brautentführung anno 1992 noch vollzogen worden sein.

Text: Ralph Umard

Foto: BeMovie

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Die langen hellen Tage“ im Kino in Berlin

Die langen hellen Tage (Grzeli Nateli Dgeebi), GE/D/F 2013; Regie: Nana Ekvtimishvili, Simon Groß; Darsteller: Lika Babluani (Eka Khizanishvili), Mariam Bokeria (Natia Zaridze), Zurab Gogaladze (Kote); ?102 Min.

Kinostart: Do 21.08.2014

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