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Im Kino: „Die Mafia mordet nur im Sommer“

Die Mafia mordet nur im Sommer

Viele Jahre lang stand das Leben in Palermo im Zeichen der Mafia. Was das allerdings konkret heißt, das wird in der melancholischen Komödie „Die Mafia mordet nur im Sommer“ anschaulich. Schon Arturos Geburt wird durch das organisierte Verbrechen geprägt, und fortan deutet der Junge während seines Heranwachsens alles auf dieses eine Faktum hin – ein komisches Missverständnis, mit dem er aber den Preis für konkrete Realitäten zahlt. Pierfrancesco Dilberto, auch bekannt als Pif, spielt selbst den Arturo, der als Erwachsener auf eine Biographie zurückblickt, die beinahe am Leben vorbeigeführt hätte.
Geschickt werden hier Fernsehbilder von realen Geschehnissen mit den Projektionen des heranwachsenden Arturo verbunden. „Die Mafia mordet nur im Sommer“ wirkt wie eine harmlose, kleine Komödie, ist aber von einem Geist tiefer Menschlichkeit durchdrungen, und von kaum verhohlener Abscheu gegenüber eine Politik, die sich so oft auf die Seite des Verbrechens und so selten auf die Seite der Menschen gestellt hat.

Text: Bert Rebhandl

Foto: missingFILMs

Orte und Zeiten: „Die Mafia mordet nur im Sommer“ im Kino in Berlin

Die Mafia mordet nur im Sommer (La mafia uccide solo d’estate), Italien 2013; Regie: Pierfranco Diliberto; Darsteller:  Cristiana Capotondi (Flora), Pif (Arturo), Claudio Gioи (Francesco); 90 Minuten

Kinostart: Do, 04. Juni 2015

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