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Im Kino: „Die Männer der Emden“

Die Männer der Emden

In Berengar Pfahls „Roadmovie“, auf Grundlage einer wahren Begebenheit, schlagen sich 50 Matrosen der Kaiserlichen Marine nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges vom Indischen Ozean in die Heimat durch. Ein Teil der allseits respektierten Besatzung des deutschen Kreuzers „Emden“ – von der britischen Presse als „Gentlemen of War“ tituliert – muss von einem Atoll aus mit ansehen, wie ihre schwimmende Heimstätte versenkt wird. Nun beginnt eine von Krankheit und latenter Meuterei begleitete Odyssee in einem verrotteten Holzschiffchen durch den von den Briten kontrollierten Ozean, über das neutrale Sumatra, zu Fuß durch die arabische Wüste und über Istanbul nach Deutschland. Der Film konzentriert sich auf die Probleme der Besatzung und verzichtet auf jedwede Darstellung der Schrecken des technisierten Massenvernichtungskrieges. Sebastian Blomberg spielt überzeugend einen exzentrisch-überschwänglichen Hauptmann von Mücke, andere Mitglieder des Ensembles wirken in dem Setting des Ersten Weltkriegs allerdings ein wenig deplatziert. Insgesamt ist Regisseur Pfahl jedoch ein ansehnlich bebildertes, produktionstechnisch aufwendiges Historien-Abenteuer gelungen.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: Hardy Brackmann / Kinostar

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Die Männer der Emden“ im Kino in Berlin

Die Männer der Emden, Deutschland 2012; Regie: Berengar Pfahl; Darsteller: Ken Duken (Karl Overbeck), Sibel Kekilli (Salima Bey); 116 Minuten; FSK 12

Kinostart: 31. Januar

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