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Im Kino: Die Musik-Mockumentary „Fraktus“

Fraktus

Es sieht zunächst ganz danach aus, als habe man Großes verpasst Anfang der Achtziger. Fraktus nämlich, nicht weniger als die Erfinder von Techno. Von ihnen schwärmen zu Beginn des gleichnamigen Films unisono Musikikonen wie Blixa Bargeld, Yellos Dieter Meier und MTV-Urgestein Steve Blame. Nun weiß man, dass die Hamburger Pop-Satiriker Studio Braun dahinterstecken. Umso spaßiger ist das Respekt-Geschwafel der „Zeitzeugen“, die liebevoll gefakten 80er-Plattenhüllen und die trashigen Videos, die eine handelsübliche TV-Hommage zu flankieren scheinen. Mit seinem gewitzten Start hat der Film seinen Trumpf allerdings schon ausgespielt. Danach agieren Heinz Strunk, Rocko Schamoni, Jacques Palminger (als Fraktus) sowie Devid Striesow als ihr glückloser Manager in einer konventionell erzählten Mockumentary über den von Geldgier und Talentfreiheit geprägten Versuch eines Comebacks der Band. Viel Insiderwissen über die Mechanismen des Popgeschäfts steckt zwar da­rin, auch manch gute Pointe. Doch einen Kinofilm vermag die wenig entwickelte Geschichte kaum zu tragen.

Text: Ulrike Rechel

Foto: Gordon / corazтn int. / Pandora Film

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Fraktus“ im Kino in Berlin

Fraktus, Deutschland 2012; Regie: Lars Jessen; Darsteller: Heinz Strunk (Torsten Bage), Rocko Schamoni (Dirk „Dickie“ Schubert), Jacques Palminger (Bernd Wand); 95 Minuten; FSK 12

Kinostart: 8. November 

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