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Im Kino: „Die Stimme meines Vaters“

AriesImagesDas Erzählen aus der kargen Grandiosität der anatolischen Landschaft heraus ist zu einer Art Signatur des auf internationalen Festivals erfolgreichen türkischen Films geworden. Auch „Die Stimme meines Vaters“ beginnt damit, dass eine alte Frau durch ein dunkles Bauernhaus schlurft, nach Minuten spricht sie das erste Wort: „Hasan?“ Aber das Haus ist längst verlassen, und mit ihrem älteren Sohn Hasan hat sie schon lange nicht mehr gesprochen. Orhan Eskiköy und Zeynel Dogan ist ein ergreifender Film über Abwesenheit gelungen. Dogan selbst spielt den jüngeren Sohn Mehmet, dessen Vater als Gastarbeiter ins Ausland gegangen war und mit der Familie über Tonbänder Kontakt gehalten hatte. Der Sohn hört sie nun nach Jahren im Versuch der Annäherung an den nie zurückgekehrten Vater, und rekonstruiert über Sehnsüchte, Vorwürfe und die allmähliche Entfremdung die Tragödie einer für das Versprechen eines besseren Lebens geopferten Familie.

Text: Stella Donata Haag

Foto: Aries Images

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten:„Die Stimme meines Vaters“  im Kino in Berlin

Babamin Sesi Türkei/Deutschland 2011; Regie: Orhan Eskiköy, Zeynel Dogan; Darsteller: Zeynel Dogan (Mehmet), Basк Dogan (Basк), Gülizar Dogan (Gülizar); 87 Minuten; FSK 0; Kinostart: 15. November

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