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Im Kino: „Die Tochter meines besten Freundes“

Die Tochter meines besten Freundes

Catherine Keener spielte 2010 in „Please Give“ eine New Yorker Familienmutter mit ausgeprägter sozialer Ader, deren Ehe unverhofft auf der Kippe steht. In ähnlicher Lage sieht man sie in dem Hollywood-Debüt des Briten Julian Farino, in dem die wunderbare Schauspielerin mit ihrer Film-Familie in einer adretten Mittelstandsgegend in New Jersey lebt. Auch „Please Give“-Kollege Oliver Platt ist dabei, hier als Oberhaupt der herzlich verbundenen Nachbarsippe, der nichts dagegen tun kann, dass sich ausgerechnet seine studierende Tochter Keeners Film-Ehemann (Hugh Laurie) angelt.
Die Botschaft des Films, dass im Scheitern auch Chancen liegen, ist löblich; verteufelt wird in der zur heiligen Familienzeit um Weihnachten spielenden Geschichte niemand, auch nicht die beiden Fremdgeher. Doch bleibt die Geschichte ihren Akteuren sonderbar fern. Den einzelnen Figuren und dem, was genau sie umtreibt, kommt der Film mit Ausnahme der enttäuschten und bedürftigen Studentin kaum näher. Allzu vage bleibt letztlich das zentrale Paar, und wenn die verlassene Ehefrau schließlich ein Ehrenamt als Entwicklungshelferin ergreift, bleibt der Film stereotypen Rollenbildern verhaftet.

Text: Ulrike Rechel

Foto: 2010 Myles Aronowitz / Capelight Pictures

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Die Tochter meines besten Freundes“ im Kino in Berlin

Die Tochter meines besten Freundes (The Oranges), USA 2011; Regie: Julian Farino; Darsteller: Hugh Laurie (David Walling), Catherine Keener (Paige Walling), Leighton Meester (Nina Ostroff); 94 Minuten; FSK 12

Kinostart: 13. Dezember

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