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Im Kino: „Die vierte Macht“

Die vierte Macht

Einen Vollblutjournalisten nennt man so jemanden wie Paul Jensen (Moritz Bleibtreu). In Deutschland hat er verbrannte Erde hinterlassen, da kommt der Ruf seines Mentors aus Moskau gerade recht, um dort ein Lifestyle-Magazin auf Vordermann zu bringen, lange Partynächte inbegriffen. Als jedoch vor seinen Augen ein kritischer Journalist am helllichten Tag auf der Straße ermordet wird und eine Kollegin als Terroristin hingestellt wird, wandelt er sich vom zynischen Klatschjournalisten zum mutig-investigativen Reporter und lässt nicht locker, bis er ein Komplott aufgedeckt hat, in das höchste Stellen verwickelt sind und das auch seine eigene Vergangenheit berührt. Ein Politthriller, so gradlinig, wie sein die Macht der Presse feiernder Titel eindeutig ist. Statt der Ambivalenzen, die Dennis Gansels „Trilogie der Verführung“ („Napola“, „Die Welle“, „Uns gehört die Nacht“) prägten, setzt der Regisseur diesmal allzu sehr auf vertraute Erzählmuster. Was den Film halbwegs rettet, ist allerdings das erneute Gespür für das physische Moment des Erzählens: Nicht nur die Szenen im Gefängnis lassen den Zuschauer glauben, der Film sei vollständig on location in Russland gedreht worden.

Text: Frank Arnold

Foto: UFA Cinema

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Die vierte Macht“ im Kino in Berlin

Die vierte Macht, Deutschland 2011; Regie: Dennis Gansel; Darsteller: Moritz Bleibtreu (Paul Jensen), Kasia Smutniak (Katja), Max Riemelt (Dima); 115 Minuten; FSK 12

Kinostart: 8. März

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