Kino & Stream

Im Kino: „Die wilde Farm“

Die wilde Farm

Die Qualität von „Die wilde Farm“ liegt vor allem in der Unterlassung: keine CG-Effekte, keine sprechenden Tiere, keine sentimentale Fraternisierung über Gattungsgrenzen hinweg. Der auf sympathische Art altmodische Tierfilm der französischen Dokumentaristen Dominique Garing und Frйdйric Goupil vermeidet weitgehend jene Verniedlichung und Vermenschlichung, die das Genre mit der Unterdrückung der Differenz sonst gerne um jeden Erkenntnisgewinn bringen.
Sogar der Kommentar hält sich bei allem Drang zur kindgerechten Erzählung zunächst zurück, rutscht nur zuletzt in seiner emphatischen Betonung des Lebenskreislaufs etwas in den betulichen Ton eines Lehrfilms ab. Zum Zyklus des Lebens gehören auch diverse hormonelle Höhenflüge, wenn Schwein und Pferd in der Landkommune den Summer of Love feiern – was so anschaulich in Szene gesetzt wird, dass sich an dieser Stelle Lücken über die Grundlagen der Fortpflanzung schließen lassen, die es zumindest bei Vierjährigen noch geben dürfte. Wobei diese Altersempfehlung recht ambitioniert ist, allein die Länge des Film, aber auch die Dramatisierung durch Schnitt und Musik dürften für zarter besaitete Kleinkinder noch schwierig zu verarbeiten sein.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die wilde Farm“ im Kino in Berlin

DIE WILDE FARM (La vie sauvage des Animaux Domestiques), Frankreich/Deutschland 2009; Regie: Dominique Garing Frйdйric Goupil; 89 Minuten

Kinostart: 9. September

Mehr über Cookies erfahren