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Im Kino: „Drecksau“ von ?Jon S. Baird

Ein rücksichtsloses und verkommenes Polizisten-Arschloch im Dauerdrogenrausch? Für diese Rolle in der Irvine-Welsh-Verfilmung „Drecksau“ kommt einem nicht unbedingt sofort James -McAvoy in den Sinn, und doch steigt der schicke Schotte hier furchtlos und uneitel in die versifften Abgründe einer kaputten Polizistenseele. Aufhänger der Geschichte ist ein Mord an einem japanischen Touristen, durch dessen Aufklärung sich Kommissar Bruce Robertson (McAvoy) sowohl eine Beförderung als auch die Rückkehr seiner Frau erhofft, die ihn verlassen hat. Vor allem aber folgt der Film dem physischen und psychischen Verfall seines Protagonisten. Mit McAvoys rasender Tour de Force, einem garstigen Humor und den grellen Überzeichnungen aus der subjektiven, drogenverzerrten Perspektive des schlimmen Cops erscheint „Drecksau“ dabei allerdings so hochtourig und unsympathisch, dass es mit der Zeit doch eher ermüdet. Erst in der zweiten Hälfte taucht Regisseur Jon S. Baird etwas tiefer ins Innenleben seiner Hauptfigur – glücklicherweise ohne deren Erlösung zuzulassen. Es gab schon bessere Zumutungen.

Text: Sascha Rettig

Foto: 2013 Ascot Elite Filmverleih GmbH

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Drecksau“ im Kino in Berlin

Drecksau, ?Großbritannien 2013; Regie: ?Jon S. Baird; Darsteller: James ?McAvoy (Bruce Robertson), Jamie Bell (Ray Lennox), Eddie Marsan (Bladesey); 97 Minuten; FSK k.A.

?Kinostart: 17. Oktober  

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