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Im Kino: „Ein gutes Herz“

Wenn Jacques seinem Lehrling und potenziellen Nachfolger Paul das 1 x 1 des Kneipenwesens beibringt, von den magischen 24 Sekunden für das Brühen des Kaffees und der goldenen Regel, dass man einem Gast nicht sein leeres Glas wegnimmt, weil das seine Erfolgsbilanz sei, dann kann dieser Alte einem geradezu sympathisch werden. Aber ­Jacques kann auch ein richtiges Ekel sein, etwa wenn er feststellt, dass sein Schützling einer fremden Frau in Not Quartier gewährt. Zwischen dem meist grantigen alten Menschenfeind und dem sanften jungen Menschenfreund entspinnt sich eine seltsame Beziehung mit einem überraschenden Ende.
Der isländische Regisseur Dagur Kari („Noi Albinoi“, „Dark Horse“) stellt auch in seinem ersten englischsprachigen Film, angesiedelt in New York, kauzige Charaktere in den Mittelpunkt – nur geht ihm dieses Mal seine angenehme Lässigkeit ein Stück weit verloren, weil das souveräne Spiel der Stars und originellen Nebenfiguren durch Karis Regie stark und zunehmend seltsam ins Existenzphilosophische stilisiert wird.

Text: Frank Arnold

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Ein gutes Herz“ im Kino in Berlin

Ein gutes Herz (The Good Heart), Island/Dänemark USA 2009; Regie: Dagur Kari; Darsteller: Brian Cox (Jacques), Paul Dano (Lucas), Isild Le Besco (April); 94 Minuten; FSK 12

Kinostart: 25. November

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