Kino & Stream

Im Kino: „Ein Junge namens Titli“

Ein Junge namens Titli

Titli lebt mit seinen brutalen älteren Brüdern und seinem Vater in einem Slum in Delhi. Immer wieder dient er seinen Brüdern als Handlanger bei ihren kleineren und größeren Verbrechen, spart aber heimlich auf ein neues Leben. Er möchte weg von hier, weiß aber nicht wie. Er wird zwangsverheiratet. Wider Erwarten kommt mit seiner Ehefrau Neelu, die genauso wenig hier sein möchte wie er, ein kleiner Funken Hoffnung in Titlis Leben.
Der junge indische Regisseur Kanu Behl skizziert sehr genau einen Kreislauf aus Gewalt, Kriminalität und Abhängigkeit in einem patriarchalen System. Ob Titli diesem Kreislauf letztlich entkommt oder Teil davon bleibt, bleibt offen. Gangsterdrama, Film noir, Neorealismus – keines dieser Labels ist zu groß für diesen Debütfilm. Behl zeigt den Moloch Delhi zwischen Luxus-Neubauten und Armut, fast dokumentarisch und bei aller Härte doch poetisch. Produziert hat – ausgerechnet – Bollywood-Regisseur Aditya Chopra, der an vielen Klassikern des meist märchenhaften Genres beteiligt war.

Text: RFD

Foto: Rapid Eye Movies

Orte und Zeiten: „Ein Junge namens Titli“ im Kino in Berlin

Ein Junge namens Titli (Titli), Indien 2014; Regie: Kanu Behl; Darsteller: Ranvir Shorey (Vikram), Shashank Arora (Titli), Shivani Raghuvanshi (Neelu); 128 Minuten

Kinostart: Do, 28. Mai 2015

Mehr über Cookies erfahren