Kino & Stream

Im Kino: „Ein Teil von mir“

Ungewollte Elternschaft unter Jugendlichen ist durch Schre­ckens­nachrichten über verwahrloste Kinder zuletzt stark ins öffentliche Bewusstsein gerückt. „Ein Teil von mir“ nimmt das sensible Thema auf, erzählt aber eine vergleichsweise leichte Geschichte. Es geht um einen 16-jährigen Schüler, der von seiner flüchtigen Partybekanntschaft erfährt, dass sie ein Kind von ihm erwartet.
Jungregisseur und Drehbuchautor Christoph Röhl geht es nun nicht darum, Ursachen der Überforderung zu ergründen, wie das etwa in „L’enfant“ von den Ardenne-Brüdern geschieht. Stattdessen ereignet sich die Teenager­schwangerschaft unter recht idea­len Bedingungen: Die Zufallseltern entpuppen sich als überdurchschnittlich verantwortungsbewusst, auch wenn der junge Vater – bemerkenswert natürlich gespielt von Ludwig Trepte – etwas länger braucht, um die Wirklichkeit anzuerkennen. Hinzu kommt die herzliche Unterstützung aus dem Familienkreis. Das Ende der Kindheit erfolgt somit zwar abrupt – doch die Landung im Erwachsenendasein erfolgt weich. Dass
das gerade noch glaubwürdig erscheint, liegt am stark aufspielenden Protagonistenpaar und an der ruhigen Schauspielerführung.

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Ein Teil von mir“ im Kino in Berlin

Ein Teil von mir, Deutschland 2008; Regie: Christoph Röhl; Darsteller: Ludwig Trepte (Jonas), Karoline Teska (Vicky), Lena Stolze (Susanne); Farbe, 88 Minuten

Kinostart: 15. Oktober

Mehr über Cookies erfahren