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Im Kino: „Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach“

Eine Taube sitzt auf einem Zweig...

Roy Andersson beschäftigt sich auf eine sehr praktische Weise mit dem Menschsein. Wenn ein Mann kurz vor dem Mittagessen in der Kantine kollabiert, wer trinkt dann sein Bier? Wenn ein König mit einer Reiterarmee in einem Gasthaus im falschen Jahrhundert vorbeischaut, was bestellt er? Die Antworten sind meist so einfach, dass sie ans Absurde rühren. Es ist ein Absurdes, das der menschlichen Existenz eignet. „Eine Taube sitzt auf einem Dach und denkt über das Leben nach“ ist eine wunderbar choreografierte Szenenfolge, die das Leben zugleich komisch wie lebensgefährlich erscheinen lässt und geprägt ist von jener Vergeblichkeit, die ein Mann erfährt, der mehrfach umsonst zu einer Verabredung kommt. Er schaut dann in ein Restaurant, in dem Menschen tafeln. Er wird nie am Tisch sitzen. Andersson macht sozialkritisches Kino, das sich als Kuriositäten-Show tarnt: hintersinnig und auf eine vertrackte Weise radikal.

Text: Bert Rebhandl

Foto: Neue Visionen Filmverleih

Orte und Zeiten: „Eine Taube sitzt auf einem Zweig…“ im Kino in Berlin

Eine Taube sitzt auf einem Zweig und denkt über das Leben nach (En duva satt pе en gren och funderade pе tillvaron), S/F/N/D 2014; Regie: Roy Andersson; Darsteller: Holger ?Andersson (Jonathan), Nils Westblom (Sam), Charlotta Larsson (hinkende Lotta); 100 Min.

Kinostart: Do, 01. Januar 2015

Lesen Sie hier: Ein Interview mit Regisseur Roy Andersson

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