Kino & Stream

Im Kino: „For Ellen“

For Ellen

Als Frontman einer Heavy-Metal-Band wollte Joby Taylor Karriere machen und seinem Leben eine andere Richtung geben. Doch nun, mitten im Winter, fährt er ziemlich verpeilt durch eine amerikanische Schneeöde nach Hause zurück. Er soll endlich die Scheidungspapiere unterschreiben, damit die Mutter seines Kindes wieder heiraten kann. Kind? Es heißt Ellen und ist sechs Jahre alt. Und plötzlich entdeckt Joby (Paul Dano) einen Hauch von Vatergefühlen und will seine Tochter kennenlernen.
Vom Weggang der Eltern traumatisierte Kinder waren bislang das Hauptthema der in den USA lebenden südkoreanischen Regisseurin So Yong Kim. Wie schon in „Treeless Mountain“ spürt sie der Verstörung nach, die das Verlassenwerden auszulösen vermag. Hier erweitert sie den Fokus und bezieht den Vater mit ein. Joby ist keine sympathische Figur, er gewinnt nur langsam Kontur, als er seinem Leben nach der Begegnung mit Ellen eine neue Richtung geben will. Doch welche? Seine Verlorenheit dominiert den Film, findet ein Echo in der einsamen Kälte irgendwo zwischen New York und Kanada.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: Peripher Film

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „For Ellen“ im Kino in Berlin

For Ellen, USA 2012; Regie: So Yong Kim; Darsteller: Paul Dano (Joby Taylor), Jon Heder (Fred Butler), Shaylena Mandigo (Ellen Taylor); 97 Minuten; FSK 6

Kinostart: 3. Januar

Mehr über Cookies erfahren