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Im Kino: „Endlich“

Endlich

Wenige kümmert es, was nach dem Tod geschieht. Für genauere Einblicke sorgt die Dokumentation „Endlich“ der Regisseurinnen Katja Dringenberg und Christiane Voss. Sie verfolgt den Weg eines Leichnams und seinen letzten Begegnungen mit Lebendigen – Leichenwäschern, Bestattern, einer Grabrednerin. Das Geschäft mit dem Tod floriert, aber steckt noch Berufsethos dahinter? Die Stationen eines Sarges von seiner Anlieferung beim Krematorium in Berlin-Baumschulenweg bis zu seiner Verbrennung geben Aufschlüsse über eine von Strichcodes gesteuerte Logistik. Was aber geschieht mit der Seele, falls vorhanden?
Vertreter der Weltreligionen geben Auskunft, haben jedoch nur halb­ironische Statements oder esoterisch aufgeladene Ansichten zu bieten. Grauenhaft ist dagegen der Besuch einer Gruppe, die sich in psychologisch betreuter Trauerarbeit versucht. „Endlich“ lotet kapitelweise seine Fragen und Betrachtungen aus und fügt sie zu einem eigenwilligen, partiell recht lapidaren Stückwerk zusammen. Das essayistische Nachsinnen über die Vergänglichkeit raunt leider oft zu bedeutungsheischend. Eindringlich sind bestenfalls die Zäsuren durch einen Chor, der aus dem Dunkel vor die Kamera tritt und Lyrisches aus Sicht von Sterbenden deklamiert.

Text: Cristina Moles Kaupp

Foto: X-Verleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Endlich“ im Kino in Berlin

Endlich, Deutschland 2011; Regie: Katja Dringenberg, Christiane Voss; 80 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 3. November

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