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Im Kino: „Engel mit schmutzigen Flügeln“

Dieses wiederkehrende Bildmotiv zu ironischer (S-)Exploitation-Musik liefert nicht nur den Refrain, sondern zeigt auch das rebellische Selbstbewusstsein der Filmproduktion wtp international, die ihre Projekte ohne Fördermittel realisiert. Künstlerische Arbeit, Produktion und Vertrieb werden weder personell noch organisatorisch voneinander getrennt. Hauptdarstellerin und Koproduzentin Antje Nikola Mönning, bekannt geworden als Nonne in der ARD-Serie „Um Himmels Wil­len“, spielt einen exhibitionistischen Halbengel auf der Suche nach sich selbst.
Lucy entscheidet sich, die „geile Schlampe“ zu sein, die sie hinter Liebesflos­keln und falscher Moral immer schon war. Eine Suche nach Echtheit, die auch der Darstellerin wichtig war, denn ihre Orgasmen im Film sind echt, wie sie selbst sagt. Dass es kein „Sexfilm“ geworden ist, wie „Bild“ im Vorfeld titulierte, ist dem beharrlich essayistischen Blick auf die Protagonisten zu verdanken. Ein wagemutiger Blick, der allerdings von einer populär-esoterischen Attitüde ein wenig getrübt wird.

Text: Iris Depping

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Engel mit schmutzigen Flügeln“ im Kino in Berlin

Engel mit schmutzigen Flügeln, Deutschland 2009; Regie: Roland Reber; Darsteller: Antje Mönning (Lucy), Marina Anna Eich (Gabriela), Mira Gittner (Michaela); Farbe, 90 Minuten

Kinostart: 4. März

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