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Im Kino: „Erbarmen“ nach Jussi Adler-Olsen

Erbarmen

Zur seit Jahren anhaltenden Flut von Schweden- und Dänen-Krimis gibt es in dem Film „Who Killed Marilyn?“ (2011) einen hübschen Scherz: Da ist ein französischer Autor von Kriminalromanen derart erfolglos, dass er ernsthaft darüber nachdenkt, sich ein skandinavisches Pseudonym zuzulegen. Natürlich schreibt er deshalb nicht plötzlich besser.
Ohne jetzt die literarischen Qualitäten der tatsächlichen Krimiautoren aus Nordeuropa anzweifeln zu wollen: Der Skandinavien-Krimi ist letztlich eben auch eine verkaufsfördernde Masche. Gleiches gilt für die Welle von Verfilmungen der entsprechenden Erfolgsromane, zu denen auch „Erbarmen“ (nach Jussi Adler-Olsen) zählt. Denn irgendwie sehen sie alle gleich aus mit ihrer gehobenen Fernsehoptik, den ausgewaschenen Farben und der behaupteten Dauertristesse, durch die sich gequälte Kommissare auf der Suche nach rachsüchtigen Perversen bewegen. Viel falsch macht Regisseur Mikkel Nшrgaard in „Erbarmen“ eigentlich nicht, aber nur ausgewiesene Dänen-Krimi-Fans werden diesen Film wohl länger als bis zum Ende des Abspanns im Gedächtnis behalten.

Text: Lars Penning

Foto: NFP / Christian Geisnaes

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Erbarmen“ im Kino in Berlin

Erbarmen (Kvinden i buret), ?Dänemark/Schweden/Deutschland 2013; Regie: Mikkel Nшrgaard; Darsteller: Nikolaj Lie Kaas ?(Carl Mшrck), Fares Fares (Assad), ?Sonja Richter (Merete Lynggaard); 97 Minuten; FSK 16

Kinostart: 23. Januar

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