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Im Kino: "Eva Hesse"

Im Kino: "Eva Hesse"

Den Beginn ihres Ruhms hat Eva Hesse noch erlebt, kurz bevor sie 1970 im Alter von nur 34 Jahren an einem Hirntumor starb. Gerade noch hatte die Künstlerin eine Reihe wichtiger Ausstellungen gehabt, und "Artforum", eines der wichtigsten Kunstmagazine der USA, feierte sie als kommenden Star. Ihre Schwester hatte ihr das Titelblatt mit dem Foto ihrer Rauminstallation "Contingent" noch ins Krankenzimmer gehängt.
Heute gilt Eva Hesse, die 1936 als Tochter einer jüdischen Familie in Hamburg geboren wurde und den Nazis mit einem Kindertransport via Holland nach New York entkam, als eine der bedeutendsten Künstlerinnen der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre. Bekannt ist sie vor allem für ihre Halbrelief-Bilder aus Draht und Schnüren sowie ihre fragilen Skulpturen und Rauminstallationen aus Stoff, Polyesterharzen und Fiberglas.
In ihrer dokumentarischen Filmbiografie der Künstlerin vollzieht die Regisseurin Marcie Begleiter mit Interviews aus dem ­privaten und künstlerischen Umfeld und vielen ­Archivmaterialien spannend die Entwicklung Hesses nach, die zunächst als Malerin begann und erst 1964 während eines einjährigen Studienaufenthaltes in Deutschland zu ihrem Ausdruck als Bildhauerin fand. Privat suchte sie eine Sicherheit, die sie nie fand, doch das spielte in der Experimentierfreude ihrer Kunst keine Rolle: Mit den sinnlich-fließenden Formen und den organischen Materialien ihrer Skulpturen erschuf Hesse ihre ganz eigene Version der damals vorherrschenden Minimal Art. 

Text: Lars Penning

Foto: Real Fiction/ Barbara Brown

Orte und Zeiten: Eva Hesse

Eva Hesse USA/D 2016, 105 Min., R: Marcie Begleiter

?Kinostart:
Do, 28. April 2016

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