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Im Kino: „Festung“

Festung

Die Festung, das ist die Familie. Das sind die 13-jährige Johanna, ihre 6-jährige Schwester Moni, die Mutter – und der Vater, der aus einer Anti-Aggressionstherapie nach Hause zurückkehrt. Bald schon stellt sich heraus: Die Therapie hat nicht viel genutzt, nach wie vor reagiert der Vater seinen Lebensfrust handgreiflich an der Mutter ab und gelähmt vor Entsetzen sehen die Kinder dabei zu. „Festung“ von Kirsi Marie Liimatainen ist in einem adretten Einfamilienhaus am Rande einer sauber aufgeräumten Kleinstadt angesiedelt und beschäftigt sich vornehmlich mit den nicht-physischen Aspekten häuslicher Gewalt. Mit jenem verhängnisvollen Geflecht aus Scham und Angst der Opfer und Ignoranz der Umgebung, das einen eigentlich unhaltbaren Zustand perpetuieren hilft. In ihrer Inszenierung verzichtet Liimatainen auf plakative Effekte, reiht stattdessen elliptisch kurze, aussagekräftige Szenen aneinander, in denen die familiären Mechanismen gegenseitiger Manipulation, Unterdrückung und Schuldzuweisung sichtbar werden.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Christine A. Maier / Kordes&Kordes Film / Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Festung“ im Kino in Berlin

Festung, Deutschland 2011; Regie: Kirsi Marie Liimatainen; Darsteller: Ursina Lardi  (Erika), Peter Lohmeyer (Robert), Elisa Essig (Johanna); 91 Minuten; FSK 12

Kinostart: 29. November

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