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Im Kino: „Foto: Ostkreuz“

Foto: Ostkreuz

Es war das Jahr nach dem Fall der Mauer, als sieben Fotografen aus der Ex-DDR die Agentur der Fotografen gründeten: ­Ostkreuz. Von diesen sieben Gründern sind nach 25 Jahren noch drei dabei. Und mit ihnen der Gedanke einer humanistischen, leidenschaftlichen Dokumentarfotografie.
Fotograf und Filmemacher Maik Reichert begleitet die Agentur seit 2009 mit seiner Kamera. Entstanden ist nun ein sehr nahes Porträt einer Gruppe von 18 Enthusiasten, deren berufliches und privates Leben teils eng verschmolzen ist. Einige Fotografen werden bei der Arbeit begleitet, die Entstehung einer Ausstellung wird verfolgt und mit Erzählungen gemischt. Gleichzeitig fließen immer wieder Themen wie die Veränderung der Wertigkeit von Fotografie oder der Kampf ums Überleben ein.
Maik Reichert hat verstanden, was die ­Qualität der Ostkreuz-Fotografie ausmacht: ein Insistieren, eine Langsamkeit, die man als Zuschauer erstmal aushalten muss. ­Diese Ausdauer ist es aber auch, die Möglich­keiten eröffnet. Während einer Demonstration ­einen Rollfilm zu wechseln, die Hände von Porträtierten genau zu positionieren (Lars Eidingers Reaktion: „Seid Ihr sowas wie ­Freaks?“) und über Projekte am anderen Ende der Welt nachzudenken. Der anfänglichen Irritation über das sehr freie Springen zwischen den Zeiten, Projekten und Ausstellungen im Film folgt schon bald der Wunsch, bei den Aktionen der Agentur ­dabei gewesen zu sein.

Text: RFD

Foto: Maik Reichert

Orte und Zeiten: „Foto: Ostkreuz“ im Kino in Berlin

Foto: Ostkreuz, Deutschland 2015; Regie: Maik Reichert; 89 Minuten

Kinostart: Do, 26. November 2015

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