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Im Kino: „Fremd“

Fremd

Eigentlich würde Mohamed gerne in seiner Heimat Mali bleiben, aber er ist der älteste Sohn und der Mutter Gehorsam schuldig. Also macht er sich auf den beschwerlichen Weg durch Schwarzafrika, über Algerien und Marokko nach Europa, das Glück und Wohlstand verheißt, um für die Familie zu sorgen. Unterwegs trifft er Jerry, der aus Kamerun aufgebrochen ist. In ihrem über zwei Jahre entstandenen Dokumentarfilm „Fremd“ begleitet Miriam Faßbender Mohamed und Jerry und hebt mit ihren Schicksalen zwei aus der Masse von Zehntausenden heraus, die wie sie in der Fremde unterwegs sind.
Zahlreiche Filme beschäftigen sich mit den Flüchtlingsströmen, die an der Festung Europa anbranden und abprallen. Wenigen aber gelingt eine solche Nähe zu den Menschen, aus denen sich diese Ströme zusammensetzen. Wenige auch haben die Geduld, deren von Flucht und Stillstand, harter Arbeit und armseligen Lebensumständen geprägten Alltag umfänglich abzubilden. Ohne um Mitleid zu heischen, lassen Mohamed und Jerry Faßbender teilhaben. Und Faßbender reicht mit ihrem Film eine wertvolle Erfahrung an uns weiter: die des Kennenlernens.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Peripher Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Fremd“ im Kino in Berlin

Fremd, Deutschland 2011; Regie: Miriam Faßbender; 92 Minuten; FSK 6

Kinostart: 25. April 

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