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Im Kino: "Fritz Lang"

Im Kino: "Fritz Lang"

Die größten (und leider manchmal auch die grausamsten) Geschichten schreibt bekanntlich das Leben. So war das auch im Fall von "M – Eine Stadt sucht einen Mörder", dem Film von Fritz Lang aus den Jahren der Weimarer Republik, in dem Peter Lorre wie nie zuvor die seelischen Nöte einer "Bestie" anschaulich machte. Die Vorgeschichte von "M" bildet den Kern von Gordian Mauggs Film "Fritz Lang".
Lang (Heino Ferch) fährt nach Düsseldorf, wo der Serienmörder Kürten (Samuel ­Finzi) mit schwer erträglicher Sachlichkeit von seinen Untaten spricht. Der ­dritte Mann im kriminalistischen Dreieck ist ­Inspektor Gennat (Thomas Thieme), ein Pionier der Tatortkunde. Lang begibt sich auf die Spuren dieses Falls, wobei Maugg es immer wieder so hinkriegt, dass der Regisseur, der interessierte Dritte, selbst wie ein möglicher Verdächtiger wirkt.
Diese latente Thriller-Struktur ist aber nur ein Aspekt des vielschichtigen, ­dabei aber auch ein wenig akademisch wirken­den Films. Wie er es seit seinem bemerkenswerten Debüt "Der olympische Sommer" verschiedentlich ausprobiert hat, arbeitet Gordian Maugg auch hier mit Archivmaterial aus der Zeit: Die "erfundende" Handlung ist eingebettet in tolle Aufnahmen, die Maugg allerdings manchmal ein wenig zu expressionistisch montiert und die schließlich zur Stützung einer veritablen "Räuberpistole" von einer Story dienen müssen.    

Text: Bert Rebhandl

Foto: WFilm

Orte und Zeiten: Fritz Lang

Fritz Lang D 2015, 104 Min., R: Gordian Maugg, D: Heino Ferch, Thomas Thieme, Samuel Finzi, Johanna Gastdorf

Kinostart:
Do, 14. April 2016

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