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Im Kino: „Für Elise“

Für Elise

„‚Für Elise‘? Das kann doch fast jeder auf dem Klavier klimpern“, entgegnet die 15-jährige Elise auf die Aufforderung ihrer Mutter Betty, doch einmal Beethovens Evergreen zu spielen. In Wolfgang Dinslages Regiedebüt ist diese Unstimmigkeit aber noch die marginalste Beziehungsdissonanz zwischen Mutter und Tochter.
Seit der Vater vor wenigen Jahren bei einem Verkehrsunfall gestorben ist, gerät das Familienleben nach und nach aus den Fugen: Betty, eine Intensivkrankenschwester, flüchtet sich in unglückliche Männergeschichten und in den Suff, Elise, die den Tod ihres Vaters längst noch nicht überwunden hat und unter der Alkoholsucht ihrer Mutter leidet, in ihr Klavierspiel und die klassische Musik.
Obwohl es für die beiden in dieser spannungsreichen Beziehung eigentlich schon genug Reibungspunkte gibt, wird „Für Elise“ später noch zur Dreiecksgeschichte erweitert, als Betty den Journalisten Ludwig kennenlernt. Gemessen an der schwierigen Dreierkonstellation und den ausgewachsenen Konflikten, fehlt es dem gut gespielten, aber fernsehspielhaften Film allerdings letztlich etwas an Komplexität und Tiefe.

Text: Sascha Rettig

Foto: Farbfilm Verleih

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Für Elise“ im Kino in Berlin

Für Elise, Deutschland 2011; Regie: Wolfgang Dinslage; Darsteller: Jasna Fritzi Bauer (Elise), Christina Große (Betty), Hendrik Duryn (Ludwig); 93 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 11. Oktober  

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