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Im Kino: „Gamer“ mit Gerard Butler

Was könnte passieren, wenn Videogames immer realer werden und die Realität mit der Spielwirklichkeit auf extreme Weise zusammenrauscht? Mit „Gamer“ versuchen die „Crank“-Macher Mark Neveldine und Brian Taylor, diese Frage in ihrem sehr speziellen Stil zu beantworten. Dafür muss sich Gerard Butler durch ein Online-Game kämpfen, das von einem größenwahnsinnigen Bill-Gates-Verschnitt (grimassierend: Michael C. Hall aus „Dexter“) mit Allmachtsplänen entwickelt wurde, und in dem zum Tode Verurteilte zu realen, von Menschen gesteuerten Spielfiguren werden.
Als Gesellschaftsvision und Zukunftsentwurf des interaktiven Online-Extrem-Gaming ist der Film allerdings nicht sonderlich kreativ. Erwartungsgemäß konzentrieren sich Neveldine und Taylor vor allem auf die Inszenierung von Hyperaktivität: Blut, Gewalt, Busen, grelle Farben, Zynismus, Gameästhetik, noch mehr Blut, noch mehr Gewalt, ein paar Explosionen und eine absurde Tanzeinlage – all das fliegt einem hier in einem rasend exzessiven Kuddelmuddel um die Ohren. Wer dieser Form des überkandidelten und mit Testosteron abgefüllten Hochdruckspektakels nichts abgewinnen kann, für den ist „Gamer“ schnell langweilig. So, als ob man anderen Leuten beim Egoshooten zusähe.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: zwiespältig

Orte und Zeiten: „Gamer“ im Kino in Berlin

Gamer, USA 2009; Regie: Mark Neveldine und Brian Taylor; Darsteller: Gerard Butler (Kable / Tillman), Amber Valletta (Angie), Michael C. Hall (Ken Castle); Farbe, 94 Minuten

Kinostart: 7. Januar 2010

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