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Im Kino: „Gerhard Richter Painting“

Gerhard Richter Painting

„Bilder machen, was sie wollen“, sagt der Maler Gerhard Richter und gibt damit auch gleich zu verstehen, warum er über sich und seine Kunst nicht gern redet. Denn da gibt es nichts zu erklären – gute Kunst ist nur die uneindeutige, die man nicht versteht. Der 1932 in Dresden geborene Richter ist nicht nur einer der weltweit geachtetsten Gegenwartskünstler, er gilt auch als notorisch öffentlichkeitsscheu. Insofern ist ein unter seiner Mitwirkung entstandener Film über ihn sofort etwas Besonderes.
Und die Regisseurin Corinna Belz beweist in ihrer Dokumentation „Gerhard Richter Painting“ großes Geschick beim Versuch, dem Wesen des Malers und seiner Einstellung zur Kunst nahezukommen. Denn sie zeigt ihn sehr ausführlich bei der Arbeit an großformatigen abstrakten Gemälden, was ebenso wie verschiedene andere Anlässe immer wieder Gelegenheit zur Reflexion gibt: über „das Heimliche in der Kunst“, ihren Wahrheitsgehalt, die Ratlosigkeit vor der Leinwand. Das Ansehen alter Familienfotos dient hier nicht der Nostalgie, sondern der Auseinandersetzung mit dem Verhältnis von Fotografie und Wirklichkeit: Gerhard Richter befindet sich konstant in einem spannenden Dialog mit den Dingen, den Menschen, der Kunst.

Text: Lars Penning

Foto: Piffl Medien

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Gerhard Richter Painting“ im Kino in Berlin

Gerhard Richter Painting, Deutschland 2011; Regie: Corinna Belz; 97 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 8. September

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