Kino & Stream

Im Kino: „Giulia geht abends nicht aus“

Giulia geht abends nicht aus

Häftlinge im Justizvollzug werden meist irgendwann entlassen. Menschen im Gefängnis ihrer Gewohnheiten und Sachzwänge, die aus seelischen Prägungen und Geschehnissen in der Vergangenheit resultieren, bleiben oft ihr Leben lang unfrei. Darum geht es im Grunde in diesem Beziehungsdrama, dessen Story sich, wie so oft bei Giuseppe Piccionis Filmen, um eine äußerlich starke, innerlich empfindsame weibliche Hauptfigur mit mysteriöser Ausstrahlung dreht – Valeria Golino spielt sie mit kontrollierter Intensität.
Entwickelt wird die Story nicht so sehr mittels Bildsprache, sondern eher literarisch durch Dialoge sowie Bemerkungen aus dem Off. Da äußert sich meist ein um Inspiration ringender Romanautor, der fasziniert von der enigmatischen Schwimmlehrerin Giulia versucht, die Fesseln seines zur Routine erstarrten Berufs- und Familienlebens abzustreifen. Seine Annäherungsversuche zeigen bald Wirkung bei der zunächst reserviert reagierenden Frau. Doch das zunehmend intime Verhältnis fördert fatalerweise nicht nur Giulias Geheimnis, sondern auch eine tief sitzende Psychose zutage.

Text: Ralph Umard

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Giulia geht abends nicht aus“ im Kino in Berlin

Giulia geht abends nicht aus (Giulia non esce la sera), Italien 2009; Regie: Giuseppe Piccioni; Darsteller: Valerio Mastandrea (Guido Montani), Valeria Golino (Giulia), Sonia Bergamasco (Benedetta Montani); 105 Minuten

Kinostart: 1. September

Mehr über Cookies erfahren