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Im Kino: "Gods of Egypt"

Im Kino: "Gods of Egypt"

Fantasy Die alten Ägypter verehrten bekanntlich den Sonnengott. Aus naheliegenden Gründen würde man vermuten, dass dieser Ra auch dort wohnt, woher er seinen Namen bekommt: in der Sonne. In dem Spektakelfilm "Gods of Egypt" von Alex Proyas werden wir nun eines Besseren belehrt: Der Sonnengott wohnt auf einer Raumstation, zu der man kommt, wenn man auf einen steilen Berg steigt, und dann durch einen magischen Ring nach oben katapultiert wird. Klingt kompliziert, ist es auch, ist aber nur ein kleines Beispiel für die überbordende Fantasie, die in diesem Film steckt.
Zwei Brüder streiten sich hier in kosmischen Dimensionen: Horus und Set, der eine eher dem Licht zugetan, der andere ein arger Finsterling. Horus wird von Nikolaj Coster-Waldau gespielt, bekannt aus "Game of Thrones". Etwas Vergleichbares sehen wir auch in "Gods of Egypt": einen Kampf um einen Thron, der allerdings stark ins Grundsätzliche tendiert. Ein Sterblicher namens Bek vertritt die irdischen Proportionen, die Götter sind zwei, drei Mal so groß, was einen lustigen Effekt ergibt, an dem man sich kaum satt sehen kann. Und das gilt insgesamt für das ganz und gar erträumte Ägypten, das Alex Proyas ("Dark City") hier entstehen lässt: Selbst Ridley Scotts "Exodus" sieht wie eine Billigproduktion aus im Vergleich zu den romantischen Visionen, die hier an allen Ecken und Ende ständig in die Abgründe der 3D-Dunkelwelt purzeln. Im Olymp müssten Zeus & Co auf jeden Fall nervös werden, wenn sie "Gods of Egypt" sehen: ein faszinierenderes Pantheon gab es lange nicht. ?   

Text: Bert Rebhandl

Foto: Concorde

Orte und Zeiten: Gods of Egypt

Gods of Egypt USA 2016, 127 Min., R: Alex Proyas, D: Gerard Butler, Nikolaj Coster-Waldau, Brenton Thwaites, Courtney Eaton

?Kinostart: Do, 21. April 2016

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