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Im Kino: „Gordos – Die Gewichtigen“

Solche Gruppensitzungen sind auch der Treffpunkt für das füllige Ensemble in Daniel Sбnchez Arйvalos Film „Gordos – Die Gewichtigen“. Gleich in der ersten Sitzung fordert der Therapeut die Teilnehmer auf, sich völlig nackt auszuziehen. Einige ergreifen nach dieser Aufforderung die Flucht, andere Adipöse machen das jedoch mit und stellen sich dem ehrlichen Blick aufs Fleisch, bevor der Film noch ­etwas tiefer und in ihr Seelen­leben schaut.
Unentwegt bewegt sich „Gordos“ mit polierten Bildern zwischen einer Handvoll Geschichten hin und her und reicht dabei in viele Gefühlsrichtung­en hinein: Gegliedert in mehrere ­Diätstufen, erzählt er von den Schwierigkeiten der Liebe, von Einsamkeit, Verzweiflung und vom Reinfressen, von Schwächen, Sex und seltsamen Obsessionen. Nicht nur deshalb lässt „Gordos“ an den frühen Almodуvar denken. Wie bei seinem Landsmann läuft auch bei Arйvalo die Tragik mit einem teils schrillen, grotesken Humor zusammen, der seine Protagonisten jedoch niemals an billige Dickenwitze verrät.

Text: Sascha Rettig

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Gordos – Die Gewichtigen“ im Kino in Berlin

Gordos – Die Gewichtigen (Gordos), Spanien 2009; Regie: Daniel Sбnchez Arйvalo; Darsteller: Antonio de la Torre (Enrique), Raъl Arйvalo (Alex), Fernando Albizu (Andrйs); 120 Minuten

Kinostart: 1. Juli

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