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Im Kino: „Göttliche Lage“

Göttliche Lage

In Dortmund-Hörde wird ein Stahlwerk abgewickelt. 18.000 Beschäftigte hat es in seinen besten Zeiten gehabt, wie einer derjenigen, die jetzt das Licht ausmachen, anmerkt. Und eine Nachnutzung für das Gelände ist auch schon gefunden: Ein See soll entstehen, rundherum eingerahmt von neuem Wohneigentum. Doch wie passt das zusammen mit dem mittlerweile ziemlich heruntergekommenen Stadtteil, in dem einst die Stahlwerkarbeiter lebten und heute vor allem Kunden des Jobcenters logieren? Natürlich gar nicht, wie Ulrike Franke und Michael Loeken in ihrer klugen kommentarlosen Dokumentation „Göttliche Lage“ feststellen müssen. Auf der einen Seite stehen absurde Planer, die in und an ihrem See möglichst keine Natur haben wollen (die Vögel könnten ja ins Wasser kacken) und Menschen eigentlich auch nicht (Baden verboten, Grillen verboten, alles verboten) sowie Werbestrategen, die sich Gedanken über Bauhaus- und Toskanafraktionen bei den Neueigentümern machen. Auf der anderen Seite finden sich Leute, die es sich so gut es eben geht in ihrem Hinterhof gemütlich machen und in Zukunft auf eine Welt blicken, die nicht für sie gemacht ist. Dieses Umfeld werde der Markt schon regeln, sagt einer der Marketingmenschen zynisch. Da braucht es keinen Kommentar.

Text: Lars Penning

Foto: Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Göttliche Lage“ im Kino in Berlin

Göttliche Lage, Deutschland 2014; Regie: Ulrike Franke, Michael Loeken; 99 Min.

Kinostart: Do 21.08.2014

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