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Im Kino: „Halbe Brüder“

Habe Brüder

Drei Halbrüder, der eine mit einem deutschen, der andere mit türkischem, der dritte mit afrikanischem Vater, die von ihrer Mutter allesamt nach der Geburt zur Adoption freigegeben wurden, bilden eine Notgemeinschaft, um an das Erbe der verstorbenen Mutter zu kommen. Ihre Reise führt sie quer durch Deutschland, am Ende akzeptiere sie ihre Zusammengehörigkeit.
Die Idee hatte der Produzent, das Drehbuch schrieb der zweimalige Autor von Matthias Schweighöfer unter Mitarbeit des österreichischen Schauspielers und Autors Michael Ostrowski. Dass dabei eher etwas Zusammengewürfeltes als etwas Stimmiges herauskam, ist nicht weiter verwunderlich. Regisseur Christian Alvart, der zuletzt mit „Banklady“ einen schönen konzentrierten Film vorlegte, der als Krimi wie als Zeitbild gleichermaßen funktionierte, verknüpft in seiner ersten Komödie Einiges an durchaus absurder Situationskomik (hübsch der Auftritt von Roberto Blanco) mit Hippie-Bashing, Kack-Witzen und dem Feiern eines etwas verschobenen Familien-Ideals: „Wir können auch anders“, wie Detlev Buck (der hier zum illustren Darstellerensemble gehört) einst titelte. Richtig gekonnt ist es leider nicht, und wenn es in den Nachspann-Outtakes heißt, „ich dachte, Deine Rolle sollte Kostja Ullmann übernehmen“, dann ist das zwar augenzwinkernd gemeint, verweist allerdings auch darauf, dass „Drei Türken und ein Baby“ kürzlich eine ziemlich ähnliche Geschichte erzählte.

Text: Frank Arnold

Foto: Bernd Spauke / ConradFilm / Bavaria Picture

Orte und Zeiten: „Halbe Brüder“ im Kino in Berlin

Halbe Brüder, Deutschland 2015; Regie: Christian Alvart; Darsteller: Sido (als Paul Würdig: Julian Lindemann), Fahri Yardim (Yasin Philip Blöckers), Tedros Teclebrhan (Ademola „Addi“ Tomo); 116 Min.

Kinostart: Do, 09. April 2015

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