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Im Kino: „Hans Dampf“

Hans_Dampf_01_c_Ehrenmann_FilmproduktionHans steht vor der Sparkasse, nach Jahren als Bankangestellter, eine mit Scheinen gefüllte Plastiktüte als Abfindung in der Hand, und verschenkt erst mal sein iPhone, weil sich das Glück eben nicht als Applikation aus dem Netz saugen lässt. Die Arbeit war gestern, das Leben beginnt heute. Die moderne Ausgabe von „Hans im Glück“ ist ein Berliner Liederjan mit speckigem Sakko, Plauze und verschliffenem Jargon – weit entfernt von einem „Hans Dampf in allen Gassen“ –, der sich aufmacht in Richtung Sonne, zur Amalfiküste, die er auf einem Foto entdeckt und als Projektionsfläche seines Fernwehs wählt. Auf seiner Reise wird er immer wieder gefoppt, von halbseidenen Begleitern, die sich an Hans bereichern, der nachgiebig eine Serie von schlechten Tauschgeschäften – vom Kleinbus übers Schlauchboot bis hinunter zum Fahrrad – abschließt. Auch wenn die teilweise improvisierten Dialoge zuweilen ins Alberne kippen, unterhält dieses mikro-budgetierte, antikapitalistische Roadmovie-Märchen als sympathisches Plädoyer für eine freie, unbeschwerte Existenz.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: Ehrenmann Filmproduktion

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Hans Dampf“ im Kino in Berlin

Hans Dampf Deutschland 2013; Regie: Jukka Schmidt, Christian Mrasek; Darsteller: Fabian Backhaus (Hans), Cйcile Marmier (Rose), Mario Mentrup (Django); 96 Minuten; FSK 0

Kinostart: 29. August

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